Ich fahre nicht gerne Tram. Manchmal bleibt mir aber nichts anderes übrig, wenn es draussen stürmt wie heute, und ich zum Bahnhof muss. (Uber wäre eine Alternative, stimmt..!) Ich habe nichts gegen ÖV, aber Tramfahren am Morgen kann ganz schön unschön sein. Als Beispiel diene mir die Dame, die links vor mir sitzt: sie hat scheinbar auch einen Termin, ist spät dran, und denkt sich, dann schminke ich mich halt im Tram. Diese Woche ist das schon die zweite, die ich im Tram sehe, die die Intimität des Badezimmers mit einem Tramabteil verwechselt. Da werden Augenringe kaschiert, Wimpern getuscht, Pickel abgedeckt und so weiter. Und ich dachte, man schminke sich, um sein Äusseres zu optimieren, um einen guten und schönen Eindruck zu hinterlassen. – Weit gefehlt. Schminken ist also wie Red-Bull trinken oder Face-time-Gespräche führen einfach etwas, das man immer und überall machen kann. Vorzugsweise im Tram.
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Freitag, 17. Oktober 2014
Dienstag, 27. Mai 2014
Tram fahren
Der Mikrokosmos im Tram ist oft etwas schmierig wie die Stangen, an denen man sich kaum festhalten möchte. Neulich im Tram No 8: Eine offenbar frankophone , ein bisschen wacklige, ältere Dame versteht die Durchsage im Tram , das wegen einer Baustelle Umwege fährt, nicht, und fragt mich, wie sie «au Paradeplatz» käme. Ich sage ihr, sie solle hier jetzt gleich aussteigen und zu Fuss die eine Station gehen, dann sei sie auch dort. Wir unterhalten uns ziemlich laut (ihr Alter) und etwas hektisch (mein Französisch), weil das Tram gerade hält und sie aussteigen muss. Als wir ohne die Dame weiterfahren, höre ich zwei mittelalterliche Schnepfen mit betonierten Frisuren ebenfalls laut zueinander sagen, ich hätte der Dame Unfug erzählt, sie hätte doch noch eine Station weiterfahren können. Stimmt. – Aber weshalb mussten sie das für sich behalten, bis die arme alte Dame ausgestiegen ist und nun viel zu weit zu Fuss gehen muss?
Dienstag, 20. Mai 2014
Wohnungen in Zürich
Es klang zu gut, um wahr zu sein: fünf Zimmer, mitten in der Stadt, im Kreis 4, aber dort, wo's nicht mehr so grusig ist in den Hauseingängen. Das für unter 2000 Franken. Man muss nicht einmal dem Vorgänger eine schiefe Ikea-Schrankwand und ein weisses Kunstledersofa abkaufen, und auch befristet ist sie nicht, die Wohnung. Der Balkon soll zwar nur klein sein, und Küche und Bad «verfügen über einfachen Standard». (Wenn sie das schon hinschreiben, heisst das eigentlich, dass Küche und Bad etwa so viel Charme besitzen wie die grusigen Hauseingänge weiter vorne bei der Langstrasse.) Aber egal. Wir wollten die Wohnung anschauen gehen – was wir dann aber bleiben liessen (s. Bild).
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