Montag, 7. Juli 2014

Licht in der Küche


In loser Folge gebe ich hier Tipps für schöneres Wohnen.

Tipp No 2
Wir bleiben zwar in der Küche. Aber eigentlich handelt es sich um eine Grundsatzfrage: Wer sagt schon, dass man in einer Mietwohnung alles so in Kauf nehmen muss, wie es der Vermieter vorsieht? Wohneigentum ist in der Schweiz zwar beliebt, aber wird für die breite Masse immer schwieriger zu finanzieren, bald darf man dafür nicht einmal mehr sein BVG-Guthaben verwenden. Diejenigen, die mieten, zahlen so ihr ganzes Leben drauf im Gegensatz zu denjenigen, die etwas kaufen und in Boom-Zeiten wieder verkaufen, um sich damit wieder etwas Neues zu kaufen und so weiter. Doch ich will hier nicht über Wohneigentum referieren, sondern für etwas mehr Glück in den eigenen vier Wänden sorgen. Und dabei die Ästhetik zu Hilfe nehmen, denn Freude kann durch schöne Dinge entstehen. 

Zurück also in die Küche: In der ganzen Mietwohnung hängen beim Einzug meist keine Leuchten, nur in der Küche (und im Bad, dazu später) befindet sich leider fast immer ein grausig grelles Neonlicht, das man nie auswählen würde – wirklich nie – wenn man selbst auswählen könnte. Also empfehle ich, das hässliche Ding wegzunehmen mit einer Leiter und einem Phasenprüfer. Bis man wieder auszieht, macht sich diese Röhre auch im Keller gut. Dann die Leuchte seiner Wahl montieren, und jeder Besuch wird von nun an die wohnliche Küche bewundern, denn plötzlich ist hier alles in Ordnung. Dazu muss man dann nicht einmal so viel Zeugs an die Wand hängen, wie wir es getan haben.

Donnerstag, 3. Juli 2014

Haushalt



In loser Folge gebe ich hier Tipps für schöneres Wohnen. Zuhause wird es zwar nie so aussehen wie in den aufgeräumten oder extra unordentlichen aber so boho-chicen Lifestyle-Blogs, nach deren Lektüre man immer ein wenig depressiver ist als vorher. Auch nicht wie in den Heftli, die man bei der Ärztin liest. Das kann nämlich gar nicht gehen, denn die Bilder, wie alle Bilder in redaktionell betreutem Umfeld, bilden ja nicht die Wahrheit ab, sondern nur eine geschönte Version davon. Ich weiss es, ich habe die Wahrheit auch schon schöner gestaltet, was ich übrigens sehr gerne mache – falls jemand eine Stylistin braucht für Wohnreportagen? Dabei habe ich einiges gelernt, was durchaus zu einem schöneren Heim (ob das dann auch glücklicher macht, sei dahingestellt) führen kann.

Tipp No 1 
Das Abwaschmittel nicht in den Flaschen, in denen es gekauft wird in die Küche stellen. Die sind hässlich, orange oder grün und passen nie zum Rest der Küche. Stattdessen das Mittel in einen ehemaligen Seifenspender füllen, dessen Etikette man entfernt hat. Das macht die Küche schon ein bisschen ästhetischer und ist einfacher und nachhaltiger als Chromstahlputzen. Chromstahl ist nach einem Mal Händewaschen wieder nass und dann bald wieder verkalkt. (s. Bild.)

Montag, 23. Juni 2014

Aalto-Pavillon



Mein Lieblingspavillon
Das ist der finnische Pavillon in den Giardini von Venedig, also dort, wo die Länderpavillons der Architektur- und Kunstbiennale stehen. Dieser Pavillon von Alvar Aalto aus den Jahren 1955–56 ist anders. Die Architekturminiatur in heiterem Azurblau bringt etwas Freude in die bisweilen sehr ernste Repräsentation der anderen Länder. Und, ein nettes Detail: Sogar der Notausgang ist hübsch angeschrieben.





Donnerstag, 19. Juni 2014

Art & Architektur

 

Same same but different
Links: Casa Barragan, Mexico City 1948
Rechts: Rodney McMillian, Art Basel Unlimited 2014


Mittwoch, 18. Juni 2014

Österreichischer Pavillon



Mehr aus Venedig
In der schieren Menge der Architekturbiennale-Beiträge (es sind alleine 66 Länderpavillons) unter dem Thema «Absorbing Modernity 1914–2014» vermag nicht alles zu überzeugen. Wenn man sich über den Sinn eines Beitrags Gedanken macht (jedes Land investiert jedes Jahr – die Kunstbiennale gibt es ja auch noch – Zeit, Geduld und Geld in einen Beitrag, der zur Erklärung unzählige Bücher, Flyer etc. nach sich zieht und möglicherweise nicht das Gewicht und die Strahlkraft hat, dass er weiterklingt als bis zum jeweiligen Ende der Ausstellung), dann ist der österreichische Beitrag in diesem Jahr auf mehreren Ebenen nachhaltig und wertvoll:

1) Er erfüllt ganz einfach und doch essentiell einen ästhetischen Anspruch. Die 196 weissen Gipsmodelle auf der Wand im Massstab 1:500 erhalten Ornamentalen Charakter.

2) Die Modelle von 196  Parlamenten dieser Welt machen die simple Aussage: Architektur ist auch politisch.

3) Das Thema wird aber nicht nur «oberflächlich» angegangen, sondern wird in einer vertieften Ebene im Hof des österreichischen Pavillons aufgegriffen, wo man via Twitter seine Stimme abgeben kann.

Sonntag, 8. Juni 2014

14. Biennale d'Architettura


Kaktus, Tisch und Schüfeli. Mein Lieblingsbeitrag an der 14. Architekturbiennale in Venedig. Etwas subversiv und gleichzeitig verspielt poetisch. «Elements of interior architecture» wurden hier draussen (vor den Mauern des Arsenale) positioniert. Der Verfasser spielt mit den beiden Begriffen «Drinnen» und «Draussen» und benutzt das Vorhandene. So werden die Balkonpflanzen, Symbole des Kleinbürgerlichen schlechthin, an ein Geländer gehängt und transformieren den öffentliche Platz in ein privates Wohzimmer. 

Dienstag, 3. Juni 2014

Yogi-Tea-Weisheiten



Ich mag Yogi Tea. Aber ich mag diese hohlen Sprüche, manchmal mit Schreibfehlern und meist mit einem Inhalt und einer Moral, die Paulo Coelho sich nicht besser hätte ausdenken können, gar nicht.

Und jetzt hier, zwei Teebeutel, zwei Strategien. Die Frage ist nur, will man die Beziehung erhalten, oder will man, dass sie wächst. Und was hat ein Teebeutel eigentlich mit Beziehungen zu tun?!